3 down, 3 to go. In der Champions League Gruppenphase ist im Vorfeld der heutigen Begegnung von Tottenham gegen Eintracht Frankfurt Halbzeit. So richtig schlau ist man aus den bisherigen Auftritten der Spurs in der Königsklasse nicht geworden. Und: es ist noch alles offen.

Diejenigen, die bei der Auslosung der Champions League Gruppen am 25. August jubelten, hatten vermutlich ohnehin keine Ahnung. Denn zwar wurden den Spurs mit Eintracht Frankfurt, Olympique Marseille und Sporting Lissabon machbare, aber keinesfalls einfache Aufgaben zugelost. Im internationalen Medienecho dominierte bald ein anderer Konsens: Die Champions League Gruppe D ist eine der ausgeglichensten und interessantestem im ganzen Wettbewerb.

Diesem Ruf wird die Gruppe nach bislang drei Spieltagen gerecht. Jede Mannschaft konnte bereits einmal gewinnen, Tabellenführer Sporting und Schlusslicht Marseille trennen gerade einmal drei Punkte. Im Sandwich dazwischen befinden sich Tottenham und die Eintracht, die am Mittwochabend um 21 Uhr deutscher Zeit beide am liebsten mit einem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale machen wollen. Und auch wenn die Frankfurter als amtierender Europa League Sieger durchaus Ansprüche auf ein Weiterkommen geltend machen dürfen, so wird der größere Druck vermutlich auf den Lilywhites liegen. 

Nach dem emotionalen Start in die diesjährige Champions League-Saison durch Doppelpacker Richarlison blieben die Spurs auf internationalem Parkett zuletzt blass – gegen Sporting verlor man 0:2 und im Frankfurter Hexenkessel konnte man sich leider nicht für eine gute erste Halbzeit belohnen. Die gute Nachricht ist: nach zuletzt drei Auswärtsspielen in Folge kehren die Spurs endlich zurück ins Google-, pardon, Tottenham Hotspur Stadium. Das letzte Heimspiel gegen Leicester liegt fast schon einen Monat zurück. In der Zwischenzeit war das Zuhause der Spurs Schauplatz irgendeines anderen Sports, bei der man mit Eiern um sich wirft und es anschließend „Fußball“ nennt ;-).

Mit vier Punkten aus drei Spielen ist die bisherige Punkteausbeute Tottenhams also (noch) kein Grund zum Verzweifeln. Trotzdem muss in den verbleibenden drei Spielen überzeugender aufgetreten und effizienter gepunktet werden, um die Qualifikation für das Achtelfinale in der eigenen Hand zu haben und nicht bis zur letzten Sekunde zittern zu müssen (Barcelona away, anyone?). Für Eintracht Frankfurt, die am Wochenende in der Bundesliga spät mit 0:3 gegen das bis dahin noch sieglose Schlusslicht Bochum verloren, ist die Ausgangslage ähnlich. Am letzten Spieltag der Gruppenphase wartet auf das Team von Oliver Glasner außerdem noch die unangenehme Auswärtsreise nach Portugal. 

Am Mittwoch fehlen werden auf Seiten der Eintracht Ansgar Knauff und Luca Pelligrini. Mario Götze ist hingegen wieder fit. Bei den Spurs haben in dieser Woche tatsächlich wieder alle Spieler am Mannschaftstraining teilgenommen – es geschehen doch noch Wunder. Lucas Moura wird auch gegen die Eintracht direkt wieder zur Verfügung stehen. Für den so schmerzlich vermissten Dejan Kulusevski könnte das Spiel noch zu früh kommen. Und so stellt man sich wieder einmal die Frage, in welchem System Antonio Conte die Spurs auf das Feld schicken wird. Setzt der Italiener zum zweiten Mal in Folge auf das 3-5-2 wie am Wochenende gegen Brighton? Oder rückt Richarlison im 3-4-3 wieder in die Startelf? It’s anyones guess.

Es ist also alles angerichtet für einen packenden Champions League-Abend. Für Fans aus dem deutschsprachigen Raum ist es immer ein bisschen ungewohnt, wenn die Spurs auf einmal so viel mediale Präsenz einnehmen. Hoffen wir auf einen glücklichen Ausgang für die Lilywhites. Allen nach London gereisten Fans – egal ob Tottenham oder Eintracht – wünschen wir natürlich ein unvergessliches Erlebnis im Stadion. Und zum Schluss sei auch noch einmal erwähnt, dass im ersten Heimspiel nach dem Tod Tottenhams Athletiktrainer Gian Piero Ventrone rund um das Spiel erneut dem italienischen „Marine“ gedacht wird. Grazie, Mister.

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